Parodien
im Internet
von Anja Schwarze, 5. März
2002
1.Einleitung
2.Ebenen der Typologie
2.1. Intention
2.2. Techniken
2.2.1.Äußere Merkmale
2.2.2.Änderungstechniken
2.2.3.Umfang der Parodie
2.2.4.Rezeptionssignale
2.3. Bewertung
3.Schluss
4.
Literatur
Beispiel-Links
1.
Einleitung
Schaut man in
einem Wörterbuch nach, so findet man unter "Parodie" eine Definition, die
ähnlich wie diese klingen wird: "satirische oder komische Nachahmung eines
Kunstwerkes, besonders einer Dichtung, unter Beibehaltung der äußeren Form,
doch meist mit unpassendem Inhalt; scherzhafte Nachahmung; Verspottung,
Verzerrung [...]". (Fremdwörterbuch, S. 556)
Tatsächlich gibt
es Parodien wohl ebenso lange, wie es Dichtung gibt, und auch heute sind in
diesem Bereich vermutlich die meisten Parodien zu finden. Jedoch im Zeitalter
der fortschreitenden Technik, und vor allem der immer bedeutender werdenden
Medien, kann man diese natürlich nicht ausgrenzen. Auch wenn die Merkmale der
Parodie ursprünglich aus der Literatur kommen, sie auf die Medien zu übertragen
schien nicht allzu schwer zu fallen. Könnte man nicht einfach behaupten, alles
ließe sich parodieren? Einfach wäre das, und aus Erfahrung wissen die meisten,
dass Parodien sich bei Weitem nicht nur auf die Literatur beziehen. Jede Form
von Kunstwerk, Lebensstil, ja sogar Verhaltensweisen sind gute Ansatzpunkte, um
es "komisch nachzuahmen". Komisch soll dabei alles sein, das in irgendeiner
Weise Lachen provozieren kann.
Doch
sollte an dieser Stelle erst einmal eine etwas engere Abgrenzung von Parodie
vorgenommen werden. Die in diesem Aufsatz vorgenommenen Definitionen,
Ansatzpunkte und Gliederungen sind dennoch größtenteils immer noch der
Literaturwissenschaft entnommen, und können daher nicht immer 1:1 auf
das Medium des Films oder des Internets übertragen werden in Ermangelung
medienwissenschaftlicher Applikation. Einen Versuch ist es
trotzdem wert, denn viele Punkte sind nichtsdestotrotz relativ allgemein
gehalten, die dann doch genauer werdenden Unterscheidungen werden für das
Internet so sinnvoll wie möglich übernommen oder angepasst.
Doch zurück zur
Definition. Eine mögliche etymologische Herkunft des Wortes Parodie kommt aus
dem Griechischen, wo parodia soviel wie Gegengesang heißt. Diese
Übersetzung beinhaltet, dass sich das Werk auf etwas bezieht, dem es
entgegengesetzt wird. Eine Parodie bezieht sich also immer auf eine Vorlage, die
sie zugleich teilweise wiederholt aber auch bewusst variiert (Wünsch, 14f). Gewisse Merkmale
des Originals müssen daher enthalten oder erkennbar sein, damit der Rezipient
überhaupt weiß, dass es sich hier um eine Variante eines bereits bekannten
Werkes handelt. Mit dieser Abwandlung ist eine komische Wirkung, meist auch eine
Herabsetzung des Originals beabsichtigt. Diese Abwertung wird fast immer durch
"Komisierung der Vorlage" (Wünsch, 16), d.h. markanter Merkmale im Original erreicht. Dabei begrenzt es sich
nicht auf komische Vorlagen, auch sonst nicht Lustiges kann verspottet werden.
Genaugenommen kann jede Originalvorlage parodiert werden, das Original muss nur
bekannt genug sein, sonst funktionierte die Parodie nicht (oder zumindest nicht
als Parodie). Jedoch eignen sich einige besser als andere, was vor allem auch daran
erkennbar ist, dass es eine Vielzahl von Parodien darüber gibt. Einige
Beispiele, die gerne parodiert werden, könnten u.a. sein: Die Bibel,
geschichtliche Ereignisse (wie Kreuzzüge, Schlachten etc.), berühmte Persönlichkeiten
(Stars wie Arnold Schwarzenegger (http://www.undergroundfilm.com/media/october2000/1007978_sma.mov)
oder Politiker), in der Literatur auch literarisch weitbekannte Werke wie z.B.
"Der Erlkönig", "Hamlet" oder "Der Osterspaziergang", Filme, die im
Laufe der Zeit einen eigenen Charakter entwickelt habe (z.B. Star Wars (http://atomfilms.shockwave.com/af/content/atom_1262
) und so weiter...
Doch was zeichnet
eine Parodie aus, wie ist sie aufgebaut und welche Merkmale der ursprünglich
literaturwissenschaftlichen Definition lassen sich auf das Internet übertragen?
Dazu werden wir im folgenden Kapitel kommen. An geeigneten Stellen, werde ich
mich auf Beispiele beziehen, um soeben Erklärtes
zu veranschaulichen. Ein Link wird direkt zum besprochenen Ausschnitt führen.
Doch bevor man eine Parodie analysiert, sollte man erst einmal sicher sein, das
es sich auch um eine solche handelt. Wie also erkenne ich Parodien?
Genaugenommen sollten eine Großzahl der im nächsten Kapitel beschriebenen
Merkmale vorhanden sein. Aber für eine erste Probe kann auch ein kleiner
Schnelltest gemacht werden (Wünsch, 23). Drei wesentliche Fragen dürfen nicht mit Nein
beantwortet werden, wenn man überhaupt von Parodie sprechen möchte.
-
Ist eine
Vorlage vorhanden, auf die sich die Parodie bezieht?
-
Kann man von Komik
sprechen?
-
Und richtet sich die Komik gegen die Vorlage?
Wenn dieses mit Ja
beantwortet werden kann, dann liegt wahrscheinlich eine Parodie vor.
2.
Ebenen der Typologie
Es gibt drei
wesentliche Ebenen, die man unterscheidet, auf denen parodistische Merkmale
angesiedelt sind: Intention, Techniken sowie Bewertungskriterien (vgl. Wünsch,
108). Allerdings hängen diese Ebenen wenig voneinander ab. Sie
bilden vielmehr ein Baukasten-System, sie bleiben frei kombinierbar. Jede
Parodie ist dementsprechend eine Art Bündel verschiedener parodistischer
Merkmale, die aus diesen drei Ebenen gebildet werden. Dabei bilden die Eckpunkte
der Typologie immer nur Extreme auf einem stufenlosen Spektrum. Die
Eingliederung einer konkreten Parodie in dieses System ist graduell, vor allem
aber auch davon abhängig, wie der Rezipient die Parodie aufnimmt, versteht und
persönlich empfindet.
Wie eine Parodie
verstanden (oder ob sie überhaupt als solche verstanden) wird, hängt (auch)
stark mit dem individuellen Erfahrungshorizont zusammen. Für den, der die
Parodie zum erstenmal sieht, hat sie vielleicht einen Überraschungsmoment, er wird
sie lustig finden. Oder wer das Original nicht kennt, der weiß überhaupt
nicht, an welcher Stelle er lachen soll. Oder die Parodie ist schon bekannt.
Dann hängt es wiederum davon ab, wie sie beim erstenmal aufgenommen wurde. Sie
kann immer noch lustig sein, oder sogar noch lustiger, wenn man kleine
Spitzfindigkeiten entdeckt, die man beim erstenmal nicht gefunden hat. Oder aber
man ist auf die Gags gefasst, dann ist es auch nicht komisch. Einige Parodien
entfalten ihren Witz jedoch auch erst nach mehrmaligem Anschauen. Es gibt
Themen, die finden manche Leute witzig, andere können überhaupt nicht darüber
lachen. Komik oder Witz lässt sich nie vollständig analysieren.
Die besagten drei
Ebenen ändern daran auch nichts. Aber sie bieten einen Ansatzpunkt, inwieweit
man die Form und den Inhalt einer Parodie erforschen kann. Intention, Technik
und Bewertung sind diese Ebenen, die zusammengenommen ein baugerüst-artiges
Gestell bilden, innerhalb dessen sich der Witz entfaltet oder eben nicht.
Nur das bloße Vorhandensein dieses Gestelles garantiert noch keinen Lacher. Es
ist allerdings eine Art Voraussetzung, fehlen ihre Merkmale, fehlen wichtige
Grundlagen, aufgrund derer gelacht werden kann. Doch nehmen wir die Ebenen etwas
genauer unter die Lupe.
2.1.
Intention
Wie
schon anfänglich gesagt, bezieht sich eine Parodie immer auf eine Vorlage. Würde
diese Vorlage ernsthaft nachgespielt werden, wäre es eine Imitation oder Nachahmung.
Eine Parodie jedoch unterscheidet sich davon, indem es immer eine "Komisierung"
der Vorlage anstrebt. Auch wenn dies unter einem scheinbar anspruchvoll-seriösem
Gesichtspunkt geschieht (z.B. "Das
Literarische Duett"). Die wesentliche und grundlegende Absicht ist
also immer eine humoristische Darbietung des ursprünglichen Stoffes.
Dabei kann die
Parodie hier zwischen den Polen "satirisch-kritisch" bis "harmlos
humoristisch/ Ulk" angesiedelt werden (Wünsch, 121), wiederum graduell, je nach Empfinden
des Rezipienten. Abhängig ist dies aber auch vom Original. Hat dieses einen
hohen Anspruch, so reicht eine mäßige "Komisierung", um eine schon recht starke
Wirkung zu erzeugen. Andererseits eignen sich hochanspruchsvolle Originale auch,
um sie in annäherndem Maße im gleichen Stil zu parodieren, also
"kompliziert". Je spitzfindiger und näher am Original, umso schwieriger
kann es werden, die Parodie als solche zu erkennen, erst recht, wenn man das
Original nicht kennt und die Darbietung für "bare Münze" nimmt.
Doch zurück zum
humoristischen Aspekt. Ulk, Scherz oder spielerischer Umgang mit dem Original
schaffen zugleich Distanz zu demselben, beabsichtigt meistens also einfach eine
Komisierung, während z.B. eine Satire auf kritikwürdige Mängel hinweist und
den Anspruch des Originals demzufolge einschränkt. Wichtiger Schwerpunkt bei
der Intentions-Analyse ist also folgender: Aus welchem GRUND wendet sich die
vorliegende Parodie gegen welchen GEGENSTAND in welchem SCHÄRFEGRAD mit welchem
ZIEL? (Wünsch, 126) Wir haben in dieser Frage die vier wesentlichsten Punkte zusammengefasst,
aus denen man die Intention erkennen kann.
Mögliche Gründe
können u.a. Kritik oder auch Anerkennung sein, wenn man im zweiten Fall etwas
sehr zu schätzen weiß und mit der Wahl eben dieser Vorlage eine Würdigung
erreichen will. Gegenstände, gegen die sich eine Parodie richten kann, könnten
u.a. sein: Wahrheitsgehalt, Art und Weise, der Autor des Originals, aber auch
die Rezipienten. An dieser Stelle sollte man beachten, dass mit parodistischen
Darbietungen nicht immer die Vorlagen, mitunter aber seine Rezipienten
angegriffen werden können (Wünsch, 128), z.B. das Verhalten verschiedener Fangemeinden,
Zuschauergruppen etc. Zum Schärfegrad: hier ist wieder eine stufenlose
Einteilung möglich von kritisch-aggressiv bis harmlos-albern. Aus dem Grund und
dem Gegenstand lässt sich meist schon ein Zusammenhang zum Schärfegrad bilden,
denn ist Kritik beabsichtigt, so wird dies in politischen Themen z.B. gerne
satirisch, bissig gemacht, um Hollywood-Filme zu parodieren greift man öfters
zu übertrieben ulkigen Mitteln. Allerdings ist das auch nur eine Orientierung,
jede Vorlage kann sowohl komisch auch als kritisch parodiert werden. Wichtig
dabei ist aber immer noch das Ziel. Die Frage lautet, was mit der Parodie
beabsichtigt werden soll: das Rezeptionsverhalten ändern, oder neue
Blickpunkte eröffnen etc.
Ob man die
Intention eines Werkes richtig versteht, hängt nicht nur davon ab, ob oder wie
genau man die Vorlage kennt, sondern auch davon, wie die Parodie gemacht ist. Je
nach den genutzten Techniken, lassen sich z.B. Gegenstand und Grund leichter
oder schwerer erkennen. Deshalb komme ich nun zu den Techniken, die wiederum in
verschiedene Untergruppen geteilt werden können. Wie wir sicher alle wissen:
Parodie ist nicht gleich Parodie. Ein und das gleiche Thema kann völlig gegensätzlich
"komisiert" werden.
2.2.
Techniken
Die hier
genannten Techniken sind der Literaturwissenschaft entnommen. Die Begriffe sind
(v.a. auf das Internet bezogen) zum Teil recht schwammig oder nur bedingt
anwendbar, v.a. auch deshalb, weil audiovisuellen Parodien (bzw. audiovisuellen
Medien im Allgemeinen) mehr als nur sprachliche und stilistische Mittel zu
Verfügung stehen. Die genannten Beispiele sind meiner Meinung nach brauchbar, um die
Merkmale daran zu erklären oder solche darin zu erkennen. Das ist allerdings
auch mein persönliches Empfinden, und da, wie schon gesagt, Humor immer auch eine
individuelle Angelegenheit ist, kann es gut möglich sein, dass andere nicht
meine Meinung teilen. Außerdem sind die Beispiele auch nicht als idealtypisch,
sondern mehr als Repräsentanten des entsprechenden Beispiels zu verstehen.
Doch wollen wir
erst einmal die Techniken in einige Untergruppen einteilen. Da gibt es äußere
Merkmale, die weniger inhaltlich oder technisch sind. Das wären dann die Änderungstechniken,
die sich mehr auf Inhalt und Form beziehen. Der Umfang der Parodie beschreibt
eine Art Vergleich zum Original und schließlich gibt es noch die
Rezeptionssignale. Ich widme mich nun also diesen Techniken im einzelnen etwas
genauer.
2.2.1.
Äußere Merkmale
Hierbei sollte
man nicht nur die im folgenden genannten vier Art und Weisen von Parodien
beachten, sondern auch periphere Gesichtspunkt. Was wissen wir über den Autor
der Vorlage? Oder über die Zielgruppe, die Rezipienten? Diese Punkte könnten
wichtig sein, wenn es um die Eingliederung in diese vier Merkmale geht, sie sind
aber
auch hilfreich, wenn es um die Fragestellung der Intention geht, wie schon oben
besprochen.
Diese vier Möglichkeiten
werden also in der Literaturwissenschaft genannt: Parodie eines Motivs, Parodie
eines Themas, Parodie von Motiv und Handlungsverlauf, Parodie auf Wortbildung
und Syntax (Wünsch, 147ff). Sind nun diese Typen auf Animationen im Internet anwendbar?
Eine Parodie
eines Motivs könnte zum Beispiel eine clichéhafte Liebesszene darstellen, oder
den "perfekten" Liebhaber. Hier wird v.a. mit Schubladen gearbeitet. Wie
stellen wir uns die Liebesszene vor? Eine laue Sommernacht mit Mondschein und
langsame Musik vielleicht? Schon haben wir drei Punkte, die ein Motiv geben, das
einwandfrei parodiert werden kann.
Wie
sieht es mit der Parodie eines Themas aus? Beispielhafte Themen könnten die
"Liebe im Allgemeinen" sein, oder das Thema "Kinder"... es gibt
unendlich viele Themen. Wie wäre es mit einer Parodie auf das "Internet"?
Das Animations-Video "Internet
killed the Video Star" beschäftigt sich mit diesem Thema. Hier haben wir
als Vorlage das Lied "Video killed the Radio Star" (mit dem zum Beispiel der
Musiksender MTV seine allererste Sendung Anfang der 1980er startete). Hier geht es nicht
mehr darum, dass das Fernsehen das Radio ablöst, sondern das Internet das
Fernsehen. Darüber hinaus wird sowohl im Songtext als auch den Bildern ein
"Entwurf" der Internetgesellschaft gezeichnet.
Parodien, die
Motive und Handlungsverläufe parodieren, spielen mit typischen
Verlaufsentwicklungen in Erzählungen, Sendungen etc. Der eigentliche
traditionelle Erzählstrang, wie er im Original vorliegt, wird pointenartig
parodiert, oder möglicherweise auch in seiner Erzählstruktur völlig 'umgekrempelt'.
Eine Parodie auf
Wortbildung und Syntax parodiert eben diese Merkmale am Original. Ein gutes
Beispiel hierfür ist "Das
Literarische Duett", indem die Sprech- und Diskussionsweise des
"Literarischen Quartetts" parodiert und
zugleich das Thema dem Original nach völlig inadäquat gewählt wurde.
In einer scheinbar seriösen Art und Weise wird jedoch eben die typische Wortwahl und der
Satzbau übertrieben und durch das Thema "Bussi Bär" ins Lächerliche
gezogen. An dieser Stelle kann man mitunter auch lachen, wenn man das
"Literarische Quartett" nicht kennt, denn allein durch die Wahl des Themas
und der verbalen Verarbeitung desselben ergibt sich eine skurrile, lachhafte
Darbietung.
Diese äußeren
Merkmale sind nun an der Literaturwissenschaft angelehnt. Womöglich kann man
Parodien im Internet auch nach anderen Kategorien ordnen, ich denke aber, dass
zumindest als grobe Unterteilung diese Begriffe gut anwendbar sind. Motiv,
Thema und Syntax lassen sich auch animiert gut darstellen, beim Handlungsverlauf
kommt es sicherlich wieder etwas mehr auf das Original und die animierte
Darstellung drauf an. Ich möchte nun
aber zu den Änderungstechniken kommen, da hier eine Gliederung vorgenommen
werden kann, die auch im Internet recht einfach wiederzuerkennen ist.
2.2.2.
Änderungstechniken
Die Änderungstechniken
bei Parodien beziehen sich auf Form und Inhalt derselben und stehen im Vergleich
zum Original. Die Frage ist also, was am Original geändert wurde, damit daraus
eine Parodie wurde.
Im
Wesentlichen geschieht dies durch eine inhaltliche Substitution (vgl. Wünsch,
155), sprich, die ursprüngliche Form bleibt erhalten, aber das was gesagt wird,
entspricht nicht mehr der Vorlage. Das Beispiel "Ah-nold"
kann hier angeführt werden. Zu sehen ist Arnold Schwarzenegger als "Terminator".
Der damit wohl am meisten verbundenste Satz ist vermutlich "Hasta la Vista,
Baby". Der "Terminator" wird in einer seiner typischen Posen dargestellt, in
denen er mächtig, knallhart und cool erscheint (in der Filmvorlage). Unabhängig
von seinem Text, präsentiert er diese Position auch hier. Doch durch die wiederholten,
"uncoolen" Versuche, einen Catchphrase zu kreieren, wird aus "dem Terminator"
nur ein lächerlicher Abklatsch ohne schauspielerischem Talent und actionmäßiger
Ausstrahlung. Mit diesem Beispiel wurde, nur auf der Basis eines Satzes, das
Image von Arnold Schwarzenegger als "Terminator" zerstört.
Änderungstechniken
können sich aber auch auf formaler Ebene befinden, dann bezieht sich die
Parodie auch auf die Form, meistens in der Art einer formalen Übertreibung
(ebd.).
Hier kann wieder "Das Literarische Duett" angeführt werden, dass die
formalen Eigenschaften der Literaturrunde mehr oder weniger beibehält, diese
aber übertreibt (z.B. beim Syntax). Allerdings ist hier ebenfalls eine
inhaltliche Substitution vorhanden.
Die Techniken,
bezogen auf Form als auch auf den Inhalt, lassen sich in vier Kategorien
einteilen (vgl. Rotermund, nach Wünsch, 157):
-
Übertreibung/
Verzerrung
-
Unterschiebung/
Substitution
-
Auslassung
oder
-
Hinzufügung.
Bei der Übertreibung bzw. Verzerrung werden eigene Merkmale
der Vorlage aufgegriffen, adaptiert und variiert. Kennt man die Vorlage, reichen
auch schon kleine Veränderungen, um Diskrepanzen zwischen Original und Parodie
zu erkennen. Beim Hinzufügen allerdings, werden den vorhandenen Merkmalen neue
zugeordnet. Dadurch entstehen Inkongruenzen zwischen dem eigentlich
Beabsichtigtem und dem neuen Sinn, der so entsteht. Ähnliches geschieht beim
Auslassen. Der ursprüngliche Sinnzusammenhang wird unterbrochen oder verändert,
eine neue, im Original nicht beabsichtigte, Sichtweise entsteht. Bei der
Substitution, wie das Wort schon sagt, werden Merkmale des Originals durch
andere ersetzt. Ein Beispiel hierfür ist "Internet killed the Video Star",
in dem die Form (Videoclip) relativ erhalten bleibt, der Inhalt (Text und
Inhalt) ersetzt werden: Statt dem Video (wie vor 20 Jahren) gehört jetzt dem
Internet die Zukunft.
Vor allem äußere
Merkmale eignen sich sehr gut, um ersetzt oder hinzugefügt zu werden, während
innere Merkmale besser zur Verzerrung oder Variation geeignet sind. Diese
"innere Verzerrung" lässt sich ebenfalls noch mal in verschiedene Merkmale
einteilen:
Bei der
Isolierung (Wünsch, 176) werden nur einzelne, hervorgehobene Punkte beleuchtet, der Rest des
Originals fällt weg (Auslassung). Bei der Übertreibung (S. 179) werden vorhandene
Merkmale aufgegriffen und in größerem Ausmaß, wiederholt oder ähnlich übersteigert
dargestellt. Bei der Dehnung (S. 193) werden einzelne Merkmale z.B. ins Unendliche
gezogen. Szenen oder Erzählsträngen, die
in der Vorlage 30 Sekunden dauern, können genutzt werden, um eine Animation von
drei Minuten zu erzählen (z.B. "Ah-nold"). Raffung
(S. 189) wird im Gegenteil dazu
genutzt, um lange Vorlagen auf eine kurze Parodie zu reduzieren. Ein gutes
Beispiel hierfür ist "Saving
Ryan’s Privates". In diesem Filmchen wird der Kinofilm "Der Soldat
James Ryan" (Engl. "Saving Private Ryan") in nicht ganz zehn Minuten erzählt.
Fast selbstverständlich, dass der Film natürlich nicht nur gerafft ist,
sondern sich inhaltlich auch sehr vom Original unterscheidet (während die Form
weitestgehend erhalten geblieben ist).
Wir sehen also
auch hier, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, eine Vorlage zu adaptieren,
und zwar so, dass sie parodistisch wird. Doch die Änderungstechniken alleine
und die Intention sind nicht die einzigen Punkte, nach denen Parodien untersucht
werden können. Auch der Umfang einer Parodie kann in verschiedene Gruppen
geteilt werden.
2.2.3.
Umfang der Parodie
Hier spielt vor
allem eine Rolle, ob es sich um eine partielle oder totale Parodie handelt
(Wünsch, 201f).
Wurde die gesamte Vorlage parodiert, oder nur Teile davon, Kapitel, oder Szenen
oder bestimmte Merkmale. Ob partiell oder total, verschiedene Fragen können
dazu gestellt werden:
-
Wie viele Ebenen
werden parodiert?
-
Handelt es sich nur um eine inhaltliche oder formale
Adaption?
-
Wird der Autor, das Publikum oder der Inhalt angegriffen oder wird alles
zusammen berücksichtigt?
Dann handelt es sich um eine sehr komplexe Parodie,
viele sind jedoch nur auf einzelne Ebenen beschränkt.
Werden nur
kleinere Merkmale oder wird umfassend parodiert? Das hängt sehr mit den Ebenen
und vor allem auch der Technik zusammen. Einige Vorlagen können komplett
parodiert werden, bei anderen reicht ein Ausschnitt, auch um die gesamte Vorlage
zu parodieren.
Wie ist die
quantitative und qualitative Durchführung? Wie ist der Gesamtbetrag der
Parodie? Ist die gesamte Animation eine Parodie oder nur ein Teil davon? Wie ist
die Länge der Parodie im Vergleich zum Original? Das sind alles Fragen, mit
denen man den Umfang erfassen kann. Viele Problematiken hängen auch mit der
Intention, den äußeren Merkmalen oder den Änderungstechniken zusammen. Aber
wie zu Beginn ja schon erwähnt, steht eine Parodieanalyse sozusagen aus einem
Baukastensystem, in dem es Querverbindungen gibt und einige Bauteile auf anderen
aufbauen. Alles zusammen ergibt schließlich ein komplexes Bild.
Das Problem
besonders bei dieser Betrachtung ist, dass zu subtile Äußerungen leicht übersehen
werden können (Wünsch, 205), v.a. von Nichtkennern des Originals. Allerdings trifft dies auf
die Literatur wohl mehr als auf das Internet zu, denn visuelle Merkmale erkennt
man vermutlich leichter auch in Unkenntnis der Vorlage als Anspielungen auf ein
literarisches Werk. Selbst wer "Star Wars" nie gesehen hat, wird eine
Animation mit Raumschiffen, Akteuren mit spitzen Ohren und "Gespreiztem – Hände
– Gruß" als "Star Wars"-Imitation zuordnen können. Landläufig
bekannte Typisierungen können auch erkennt werden, ohne spezielles Wissen der
Vorlage.
Allerdings sagt
der Änderungsumfang noch lange nichts über die Effektivität oder Qualität
der Parodie aus. Harmlos ulkige Parodien mögen bei der breiten Masse effektiver
sein, ihre Qualität lässt aber zu wünschen übrig, besonders da, wo primitive
oder plumpe Anspielungen sind. Eine qualitativ hochwertige Parodie (und diese
werden eher noch in der Literatur als im Internet zu finden sein), ist meistens
nur für ein begrenztes Publikum komisch. Die in diesem Aufsatz genannten
Beispiele wie "Ah-nold", "Saving Ryan’s Privates" oder "Internet
killed the Video Star" sind recht einfache Themen und meistens zwar
wirkungsvoll aber weniger anspruchsvoll parodiert. Selbst "Das Literarische
Duett" ist noch immer auf einem Niveau gehalten, über das die meisten
Menschen lachen könnten, auch weil "Bussi Bär" statt vielleicht einem Werk
von Günther Grass behandelt wird. Ausschlaggebend hier ist also unter anderem
auch wieder der persönliche Erfahrungshintergrund, auf den der Rezipient zurück
schauen kann und die Qualität dementsprechend zu schätzen weiß und auch
komisch findet.
Die Wirkung einer
Parodie hängt also auch vom Umfang der Änderungen und Techniken ab. Je
deutlicher der Kontrast zwischen eigenem (vom Original) und neuem (vom
Parodisten) ist, um so leichter lässt sich die Parodie erkennen (Wünsch, 228). Was jedoch noch
nicht heißt, dass eine Vorlage deshalb umfangreicher parodiert ist als andere.
Auch hier stehen wir wieder vor dem Problem, dass Parodien noch so ähnlich oder
unterschiedlich sein können, jeder wird es anders verstehen. Eine
30-Sekunden-Parodie kann schließlich auch witziger sein als eine 20 Minuten
Version.
Da der Rezipient
schließlich selbst eine Funktion innerhalb einer Parodie einnimmt, kommen wir
nun zu den Rezeptionssignalen, denn auch diese sind wichtig für das Beschreiben
einer Parodie.
2.2.4.
Rezeptionssignale
Eine Parodie ist
immer indirekt. Sie sagt nicht, was sie kritisieren oder lächerlich machen
will, sondern sie zeigt es. Man wird sozusagen nicht gleich mit der Nase darauf
gestoßen. Daher ist es wichtig, den Status, also dass es sich um eine Parodie
handelt, zu klären (Wünsch, 224f). Ist diese erste und wichtigste Vorraussetzung nicht
gegeben, so kann die Parodie nicht ihre Wirkung entfalten, sie läuft sogar
Gefahr eine völlig gegensätzliche Reaktion hervorzurufen.
Es ist zum
Beispiel möglich, und wird auch öfters angewandt, die Parodie durch direkte
Referenzen anzukündigen. Entweder
indem man direkt sagt "Parodie auf....XXX" (was allerdings mehr in der
Literatur geschieht, bei Animationen eigentlich kaum), oder man zeigt schon im
Titel, dass es sich um eine Komisierung der Vorlage handelt. Als Beispiel hierfür
kann wieder "Saving Ryan’s Privates" genommen werden oder "Me
and the Big Guy", bei dem auf "Big Brother" aus Orwells "1984"
angespielt wird. Weitere parodistische Titel sind "Internet killed the Video
Star", "Das Literarische Duett" oder "SevWars" in Anspielung auf "StarWars".
Auch wenn man noch keine konkrete Vorstellung von der Parodie hat, so erkennt
man schon im Titel, dass es sich offenbar um eine Abwandlung der Originale
handelt, höchstwahrscheinlich also parodistisch sein wird.
Es gibt aber auch
Signale, die einem vermitteln (sollten), dass man hier eine Parodie vorliegen
hat. Das sind insbesondere Diskrepantes oder Inkongruentes, Unstimmiges, Brüche,
Zerstören von Illusionen oder Erwartungen des Rezipienten (ebd.). Es wird mit
Merkmalen aus den Vorlagen gespielt, die so verändert werden, dass der
Rezipient merkt, "hier stimmt etwas nicht". Wo dieses Diskrepante erscheint,
ist unterschiedlich. Man kann am Anfang den Eindruck erwecken, als handele es
sich um ein Original, diese Illusion dann entweder schnell, nach und nach oder
stark pointiert auflösen. Oder die Parodie "outet" sich von Anfang an als
solche. Bei "Saving Ryan’s Privates" ist man sich schon nach einigen Sekunden
bewusst, eine Parodie vorliegen zu haben. "Internet killed the Video Star" dagegen ist schon
durch das Intro als Parodie zu erkennen. "Das literarische Duett" verrät es
eigentlich schon im Titel, spätestens aber in der durchlaufenden Textzeile ganz
zu Beginn.
Je größer also
der Verzerrungsgrad, um so leichter wissen wir, womit wir es zu tun haben, nämlich
mit einer Parodie. Animationen neigen meiner Meinung nach auch schon allein
durch die Art und Weise der Darstellung und v.a. auch durch ihren comic-haften
Stil dazu,
schnell als Parodie entlarvt zu werden, wobei sich die meisten nicht viel Mühe
geben, subtil zu bleiben. Eigentlich habe ich den Eindruck gewonnen, viele Animationen
werden schon unter parodistischen Aspekten produziert und können somit leichter
als Parodien verstanden werden. Meistens liest man auch schon im Vorab, dass das hier nicht ernst gemeint
ist (z.B. in den Filmbeschreibungen
bei Atomfilms).
Schließlich
lassen Rezeptionssignale auch erkennen, in welche Richtung die Bewertung des
Originals geht, ob es eher würdigend oder kritisierend gemeint ist, oder ob
sich vielleicht einfach nur darüber lustig gemacht werden will.
Somit bin ich am
Ende der Techniken angekommen. Es ist sicher aufgefallen, dass sich einige
Merkmale leicht variiert wiederholen, oder sich gegenseitig bedingen oder abhängig
sind. Allerdings erachte ich das für normal. Alle hier genannten Techniken sind
als Gradwanderungen zu betrachten, denn, wie wir gemerkt haben, lassen sich die
Grenzen nie klar ziehen. Die Techniken versuchen nur, ein Anhaltspunkt zu sein,
um eine Parodie in verschiedenen Ansätzen zu erklären. Schließlich spielen
noch andere Umstände eine Rolle, z.B. mit wem man die Animation betrachtet, in
welchem Umfeld, welches Thema behandelt wird, wie seine persönlichen
Erfahrungen damit sind etc. Ich möchte als abschließenden Punkt nach den Techniken noch
etwas zur letzen typologischen Ebene sagen, der Bewertung.
2.3.
Bewertungskriterien für Parodien
Wie schon
mehrfach genannt, ist es vor allem zur Bewertung einer Parodie wichtig, die
Vorlage zu kennen. Eine Parodie sollte (ebenso wie der Rezipient) ein Gespür für
mögliche Ansatzpunkte, und Schwächen im Original zeigen. Denn ein
Unterhaltungswert ist unverzichtbar. Eine Parodie, die zwar offensichtlich
versucht, witzig zu sein, es aber nicht ist, hat ihr Ziel verfehlt. Deshalb
sollte man immer die Frage stellen: Wurde gezielt vorgegangen? Wenn das der Fall
ist, so müsste die Parodie wenigstens humoristisch sein und eine Anzahl der
oben genannten Techniken aufweisen können. Wurde nicht gezielt vorgegangen,
sondern ist die Komik nur unfreiwillig, dann kann man schwerlich von Parodie
reden, denn dazu fehlt die Intention. Zufällige Parodien sind keine wirklichen
Parodien.
Darüber hinaus lässt
sich eine Parodie auch in Hinblick auf die Vorgehensweise bewerten. Ist sie maßvoll
und fair, oder ist sie es nicht? Subtilere, maßvollere Parodien bewirken
meistens mehr als nur zu verletzen oder aggressiv zu sein. Daher kommt denen
auch eine höhere Anerkennung, also Bewertung, zu Gute.
Schließlich aber
muss nicht jede Parodie alle Techniken und Merkmale beinhalten. Eine Parodie ist
nicht deshalb schlechter oder besser als eine andere, weil sie mehr oder weniger
Merkmale in sich vereint. Auch hier gilt: weniger ist manchmal mehr.
3. Schluss
Ein häufig
vorgetragenes, kritisches Argument gegenüber Parodien ist, dass sie, zu mindestens in der Literatur, allgemein als unschöpferisch
gelten, weil sie kein eigenständiges Werk darstellen, sondern eine Vorlage
heranziehen. Bei Animationen ist das, denke ich, weniger der Fall. Natürlich
beruhen sie auch auf Vorlagen, aber die Art und Weise, in der sie gestaltet
werden, und auch der Aufwand, der dafür betrieben wird, hat schon Anerkennung
verdient. Natürlich gibt es besser und schlechter gemachte Animationen, einige
sind kürzer, andere länger. Aber Animationen sind sowieso immer relativ kurz,
schon allein weil die technischen Rahmenbedingungen noch nicht ausgereift sind.
Nehmen wir noch einmal ein mediengerechtes Beispiel: "Internet killed the
Video Star".
Die Intention
dieser Parodie ist eine Mischung aus Komisierung und Kritik. Es ist eine
Darstellung der "neuen Internetgesellschaft", der Ausrichtung des Lebens
nach Computer & Co. Wir haben hier also im Großen und Ganzen eine Parodie
eines Themas ("das Internet") vorliegen. Die Melodie des Originals "Video
killed the Radio Star" ist erhalten geblieben, der Inhalt des Textes wurde
jedoch dem Internet entsprechend abgewandelt und angepasst. Wir haben eine inhaltliche Substitution, die sich u.a. sowohl der Änderungstechnik Übertreibung/Verzerrung
also auch der spotlightartigen Beleuchtung einzelner Merkmale bedient. Wir
wissen alle, dass Internet mehr umfasst, als AOL, kostenpflichtigen Sex-Seiten
und der Videokonferenz mit den Eltern. Aber hier haben wir zu mindestens einige
wichtige Merkmale zusammengefasst. Was den Umfang dieser Parodie angeht: es
werden zwar nur teilweise Merkmale des Internets parodiert, aber die
"Internetgesellschaft" im Großen und Ganzen schon komplett. Auch das
gesamte Video ist als Parodie zu verstehen. Ich würde daher sagen, dass es sich
hier (trotz partieller Aspekte) um eine totale Parodie handelt. Die Äußerungen
sind auch nicht so subtil, das sie nicht verstanden werden, durch den
eingeblendeten Liedtexte und die Grafiken ist sie eigentlich ziemlich eindeutig.
Die Entfernung zum Original ist zwar rein formal nicht so groß, inhaltlich
weicht sie dennoch stark ab, daher ist die Parodie auch einfach zu erkennen.
Anhand dieses
Beispiels habe ich nur noch einmal einige der oben aufgelisteten Merkmale
zusammengefasst. Wie schon angemerkt, muss eine Parodie bei Weitem nicht alle
Merkmale aufweisen, meistens ist das auch gar nicht der Fall.
Wir wissen nun,
woraus eine Parodie besteht, wir haben mehrere Beispiele genannt und angeschaut,
und ich hoffe einen Einblick gegeben zu haben, welche verschiedenen Möglichkeiten
es bei Animationen gibt, welche Bandbreite zur Verfügung steht. Abschließend
sollte man vielleicht noch einmal kurz die Frage stellen, wozu Parodien
eigentlich gut sind. Sie können, wie ja schon mehrfach erwähnt, gut genutzt
werden, um Kritik anzubringen. Andererseits sind sie auch gut geeignet, um sich
von Druck zu entlasten, einmal die Gesetze der Logik hinter sich zu lassen oder
Moral und Autoritäten zu widersprechen (Wünsch, 257f). In parodierter, animierter Form
versteht sich. Sie sind Mittel gegen erlogene Harmonie und lehren den
Rezipienten veränderte Sehgewohnheiten und Beurteilungsnormen.
Allerdings können
Parodien auch Schwächen haben. Sie können ästhetisch sehr unoriginell, derb
oder obszön sein, oder moralisch unberechtigt (vgl. Wünsch, 255ff). Dabei stellt sich nur die Frage,
wann Parodien legitim sind und wann nicht, denn nicht jede noch so geistreich
formulierte Kritik ist gerechtfertigt.
Abschließend lässt
sich sagen: wir haben festgestellt, dass Parodien höchst unterschiedlich sein können,
in inhaltlicher als auch formaler Hinsicht, dazu kommen die unterschiedlichen Möglichkeiten
des Internets (QuickTime-Filme, Flash-Filme, Real-Streaming mit
unterschiedlichen Dateigrößen und dementsprechenden Fenstergrößen,
Auflösungen etc.) Denn das Internet bietet nahezu unendliche Möglichkeiten, nicht nur zur Parodierung bestehenden
Materials, sondern schafft selbst auch viele Ansatzpunkte, die gut zum Parodieren
geeignet sind.
4. Literatur
Wünsch, Frank: Die Parodie: zu Definition und Typologie. Hamburg:
Kova: 1999.
Großes Fremdwörterbuch. 2., unveränderte Auflage, Leipzig: VEB
Bibliographisches Institut: 1979. (ohne Angaben über Autor/ Herausgeber)
Beispiel-Links

|