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Inwiefern der Kurzfilm im Internet für Kino-Veranstalter interessant
sein kann, soll abschließend mit einigen Thesen und einer kurzen Zusammenfassung
erläutert werden:
1) Mit dem Kurzfilm im Internet werden neue Veranstaltungsorte und
-formen möglich. Dafür wurden mit Online-Kinos, Portfolios von Künstlern
und Unternehmen bereits zahlreiche Beispiele geliefert, aber es gibt
noch mehr: Während der diesjährigen Berlinale (2002) fand erstmalig
das U-Bahnfilmfestival "Go underground” statt. Auf ausgewählten U-Bahn-Strecken
liefen eine Woche lang Kurzfilme, die nicht länger als 90 sec. sein
durften. Außerdem mussten sie ohne Ton funktionieren. Das gleiche
Angebot war auch im WWW on demand abrufbar. Die Fahrgäste bzw. die
User konnten per SMS oder auch per Email über ihren Lieblingsfilm
abstimmen. Die anschließende Preisverleihung am Ende der Woche erfolgte
in einem Kino.
In Hamburg gibt es alle vierzehn Tage das Projekt Flashkino.de,
das ein zweistündiges Programm von Flash-Filmen in einem Kino zeigt.
Anschließend ist eine Party mit DJs. Auch hier können alle Filme,
die im Kino gezeigt werden, im Internet on demand angesehen werden.
Solche kreativen Veranstaltungsformen, die Filmerleben mit anderen
Lebensaktivitäten oder Veranstaltungsorten verbinden, könnten dazu
beitragen, junge Zielgruppen weg von den PC-Bildschirmen und aus den
Multiplexen in kommunale Kinos zu locken und dazu beitragen, die Rolle
der Programmkinos auch für die Zukunft zu sichern.
2) Das Kino als Veranstaltungsort für Filme muss in der Zukunft mit
zahlreichen anderen Endgeräten konkurrieren. Es ist bereits jetzt
möglich, Filme über Handys abzuspielen. Das muss jedoch keinesfalls
den Tod des Kinos bedeuten. Während sich das Kino einerseits neuen
Formen und Medien öffnen muss, muss es sich andererseits auch verstärkt
auf seine Stärken (z. B. konzentrierte und intensive Atmosphäre) besinnen.
3) Der sehr individuell geprägte Umgang mit interaktivem Film im
Internet steht dem gemeinschaftlichen Rezeptionserlebnis im Kino entgegen.
Die fürs Internet so bedeutungsvolle Interaktivität ist im Kino nur
schwer bzw. unmöglich zu realisieren. Hier sind die medialen Unterschiede
zu groß. Während das Kino ein Medium ist, das Illusionen schafft,
das über Immersion im abgedunkelten Kinoraum die Zuschauer fesselt.
Damit kann man vielleicht ein Stück weit spielen und wie früher im
Fernsehen gemeinschaftlich abstimmen lassen. Nichtsdestotrotz ist
es auf Dauer eher lästig, wenn jemand anders stellvertretend für einen
klickt. Insofern sind interaktive Internet-Kurzfilme mit alternativen
Storysträngen für das Kino nur bedingt geeignet.
4) Das Internet ist eine ausgezeichnete Informationsquelle und ein
Kontaktforum - wenn man die richtigen Quellen kennt. Es gibt jetzt
schon herausragende Quellen im Internet, z. B. die Internet
Movie Data Base. Zum anderen ist es leichter, sich direkt über
Filme und Filmemacher im Internet zu informieren und auch per Email
Kontakt zu den Filmemachern aufzunehmen.
5) Das Internet bietet neue Kommunikationsmöglichkeiten zwischen
Kinoveranstaltern und Zuschauern. Man kann das Programm als Newsletter
verschicken, auf kurzfristige Programmänderungen hinweisen und Highlights
noch mal gezielt ankündigen. Sie können auf Ihren Webseiten zum
Kino einen Community-Bereich einrichten, wo Sie ihren Zuschauern
die Möglichkeit geben, in einem Forum oder per Email Filmwünsche
oder Kritik am Programm zu äußern.
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