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Wo werden Kurzfilme im Internet ausgestrahlt? Es lassen sich eine
Reihe an unterschiedlichen Verbreitungsformen finden. Zu den wichtigsten
gehören:
1. Entertainment-Portale und Online-Kinos. Hierbei handelt
es sich um Filmdatenbanken mit meist einem sehr großen Angebot (mehrere
Hundert bis mehrere Tausend Filme). Ähnlich, wie Fernsehsender ein
Senderprofil besitzen, unterscheiden sich die Entertainment-Portale
hinsichtlich folgender Faktoren:
 Entweder handelt es sich um ein eigenständiges Angebot, das nur im
WWW existiert wie Atomfilms
oder Bitfilm (allerdings zur Zeit
Baustelle), oder um das Begleitangebot eines TV-Senders (Cartoon
Network, Nick.com)/Studios (WB
online). Entertainment-Portale unterscheiden sich weiter hinsichtlich
ihrer thematischen Ausrichtung (der Science-Fiction Kanal Exposure;
der Cartoon-Channel Cartoon
Network oder für die urbane schwarze Bevölkerung Urban
Entertainment); hinsichtlich des Geschäftsmodells und der Art
der Finanzierung, kostenlos oder kostenpflichtig; hinsichtlich der
Selektionskriterien für einzureichende Filme (z. B. maximale Dateigröße,
Filmlänge oder inhaltliche Kriterien); hinsichtlich des Anspruchs
(elitär, Subkultur etc.) sowie hinsichtlich der Demographie der Zielgruppe
(Alter, Geschlecht usw.).
 2. Produktionsfirmen. Diese bieten neben Kontaktinformationen,
ein Portfolio mit ausgewählten Arbeiten, Infos zur Produktion (ausgewählte
Storyboards, Layouts usw.) und evtl. Merchandizing-Angebote. Die Webauftritte
von Animationsfirmen zeichnen sich häufig durch aufwändige Intros
und eine ausgefallene, verspielte und/oder eigenwillige Navigation
aus, so dass die "Reise" durch das Angebot zu einem eigenen Abenteuer
wird (vgl. z. B. Atomic Cartoons,
Flinch, JibJab,
Wildbrain). Fährt man mit der
Maus über die Bereiche, löst das von Mickey-Mousing-Soundeffekten
begleitete kleine Animationen aus, wie z. B. einen Bus, der über die
Seite fährt.
3. Einzelkünstler. Ähnlich wie Produktionsfirmen haben zahlreiche
Künstler eigene Webauftritte, auf denen sie in einem Portfolio Filme
ausstellen, Kontaktdaten angeben und über Aktuelles informieren (z.
B. Transience
von Dave Jones oder die William
Garratt) Cartoons.
4. Unternehmen, die nichts mit Film zu tun haben, schmücken sich
mit Filmen, um die eigenen Seiten zu beleben und attraktiver zu machen.
Bei BMW-Films können fünf aufwändig
produzierte Kurzfilme heruntergeladen werden, an denen Stars wie Ang
Lee oder auch Madonna mitgearbeitet haben. VW stellte bis vor kurzem
Filme von Atomfilms aus. Suchmaschinen/Webkataloge (Lycos, Yahoo)
oder Mobilfunkunternehmen (Ish) erwerben
Inhalte/Content von Produktionsfirmen nach dem Syndication-Prinzip
(z. B. von Mondo Media oder von Icebox).
Syndication bedeutet, dass Inhalte an Dritte lizensiert werden und
sich erst über die mehrfache Distribution finanzieren, so dass sie
häufig auf mehreren Seiten zu finden sind. Solche Inhalte sind entweder
On-Demand immer auf den Seiten verfügbar oder werden wöchentlich aktualisiert,
wie z. B. die Serien von Mondo Media Thugs on Film oder The
God & Devil Show, wo es immer nur die (wochen-)aktuelle Folge,
die von letzter Woche, die Highlights aus vorangegangenen Folgen sowie
einen Trailer für die kommende Folge zu sehen gibt. Man darf also
bei letzteren ähnlich wie im Kino oder Fernsehen den Termin nicht
verpassen.
5. Festivals. Mittlerweile haben alle berühmten Film-Festivals
Online-Auftritte und vergeben fast alle auch Preise in Kategorien
wie Flash-Filme, Webfilme, computerbasierte Filme etc. (Stuttgarter
Trickfilmfestival, Hamburger
Kurzfilmfestival, Annecy,
AnimaMundi, Sundance
online). Außerdem gibt es reine Internet-Festivals: Flashforward zeichnet 3x pro Jahr in verschiedenen
Städten weltweit Flashfilme in den Kategorien Originalität, Design,
Experimentell, interaktiv, Animation, Sound, Interface, E-Commerce,
Entertainment und Show aus. Die Jury wird entweder durch Profis und/oder
durch die User gebildet. Häufig kann auch per Email für die Filme
abgestimmt werden.Festivals werden auch von Portalen ausgerichtet,
z. B. von Atomfilms, die die
User abstimmen lassen und dem Gewinner einen Pilotfilm oder eine Serie
für WWW finanzieren.
Bei der Kirch-Tochter Shorts
Welcome werden jeden Monat ca. acht neue Kurzfilme einen Monat
lang auf der Seite präsentiert. Außerdem gibt es Termine von Festivals
und wird von der Tagung der Jury berichtet. Monatlich werden zwei
Preise vergeben: Eine mit wechselnden Filmemachern besetzte Fachjury
wählt den Jurypreis, die Besucher der Site entscheiden per Rating
über den Publikumspreis. Zu gewinnen gibt es monatlich Sachpreise.
Die Monatssieger treten einmal im Jahr im "best-of-the-best"-Wettbewerb
gegeneinander an. Die Jahressieger werden auch hier von einer Fachjury
sowie den Usern gewählt. Hierbei gibt es Preisgelder von insgesamt
10.000 €. Eingereicht werden können sowohl Filme (35mm, 16mm, 8mm),
Videos (alle gängigen Formate) und Computeranimationen. Die Filme
sollten jedoch nicht länger als 20 Minuten sein und eine Geschichte
erzählen, wenn Dialoge vorhanden sind, dann in deutscher oder englischer
Sprache, ansonsten sollten die Filme untertitelt sein. Die Filmemacher
erhalten einen Vertrag über nicht-exklusive Ausstrahlung, d. h., sie
können ihre Filme auch noch auf anderen Seiten oder Festivals ausstellen.
Allerdings erhalten sie kein Honorar für die Ausstrahlung. Es ist
also vor allem eine Chance, bekannter zu werden. Shorts Welcome kann
so kostengünstig und mit geringem personellen Aufwand junge Talente
testen und bei Erfolg für andere Projekte unter Vertrag zu nehmen.
Im Rahmen der Berlin Beta wird seit 2000 der Flash
Award verliehen, ein Preis für Flash-Filme in den Kategorien Cartoons
& Art Clips, Flash Cards & Games, Commercials and Music-Videos.
6. Museen. Die Library of Congress, die größte US-amerikanische
Bibliothek stellt historisch wertvolle Filme ins Netz, z. B. die
Sammlung Origins
of American Animation. Das sind 25 Animationen aus den ersten
zwanzig Jahren des letzten Jahrhunderts. Bei Cartoon Network und
bei Warner Bros. laufen klassische Animationsfilme aus den 30er
und 40er Jahren, für die die Unternehmen die Rechte besitzen.
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