Animation in Neuen Medien

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3. Ausstrahlungsorte für Film im WWW

Wo werden Kurzfilme im Internet ausgestrahlt? Es lassen sich eine Reihe an unterschiedlichen Verbreitungsformen finden. Zu den wichtigsten gehören:

1. Entertainment-Portale und Online-Kinos. Hierbei handelt es sich um Filmdatenbanken mit meist einem sehr großen Angebot (mehrere Hundert bis mehrere Tausend Filme). Ähnlich, wie Fernsehsender ein Senderprofil besitzen, unterscheiden sich die Entertainment-Portale hinsichtlich folgender Faktoren: 

Startseite

Entweder handelt es sich um ein eigenständiges Angebot, das nur im WWW existiert wie Atomfilms oder Bitfilm (allerdings zur Zeit Baustelle), oder um das  Begleitangebot eines TV-Senders (Cartoon Network, Nick.com)/Studios (WB  online). Entertainment-Portale unterscheiden sich weiter hinsichtlich ihrer  thematischen Ausrichtung (der Science-Fiction Kanal Exposure; der Cartoon-Channel Cartoon Network oder für die urbane schwarze Bevölkerung Urban Entertainment); hinsichtlich des Geschäftsmodells und der Art der Finanzierung, kostenlos oder kostenpflichtig; hinsichtlich der Selektionskriterien für einzureichende Filme (z. B. maximale Dateigröße, Filmlänge oder inhaltliche Kriterien); hinsichtlich des Anspruchs (elitär, Subkultur etc.) sowie hinsichtlich der Demographie der Zielgruppe (Alter, Geschlecht usw.).

Atomic

2. Produktionsfirmen. Diese bieten neben Kontaktinformationen, ein Portfolio mit ausgewählten Arbeiten, Infos zur Produktion (ausgewählte Storyboards, Layouts usw.) und evtl. Merchandizing-Angebote. Die Webauftritte von Animationsfirmen zeichnen sich häufig durch aufwändige Intros und eine ausgefallene, verspielte und/oder eigenwillige Navigation aus, so dass die "Reise" durch das Angebot zu einem eigenen Abenteuer wird (vgl. z. B. Atomic Cartoons, Flinch, JibJab, Wildbrain). Fährt man mit der Maus über die Bereiche, löst das von Mickey-Mousing-Soundeffekten begleitete kleine Animationen aus, wie z. B. einen Bus, der über die Seite fährt.

3. Einzelkünstler. Ähnlich wie Produktionsfirmen haben zahlreiche Künstler eigene Webauftritte, auf denen sie in einem Portfolio Filme ausstellen, Kontaktdaten angeben und über Aktuelles informieren (z. B. Transience von Dave Jones oder die William Garratt) Cartoons.

4. Unternehmen, die nichts mit Film zu tun haben, schmücken sich mit Filmen, um die eigenen Seiten zu beleben und attraktiver zu machen. Bei BMW-Films können fünf aufwändig produzierte Kurzfilme heruntergeladen werden, an denen Stars wie Ang Lee oder auch Madonna mitgearbeitet haben. VW stellte bis vor kurzem Filme von Atomfilms aus. Suchmaschinen/Webkataloge (Lycos, Yahoo) oder Mobilfunkunternehmen (Ish) erwerben Inhalte/Content von Produktionsfirmen nach dem Syndication-Prinzip (z. B. von Mondo Media oder von Icebox). Syndication bedeutet, dass Inhalte an Dritte lizensiert werden und sich erst über die mehrfache Distribution finanzieren, so dass sie häufig auf mehreren Seiten zu finden sind. Solche Inhalte sind entweder On-Demand immer auf den Seiten verfügbar oder werden wöchentlich aktualisiert, wie z. B. die Serien von Mondo Media Thugs on Film oder The God & Devil Show, wo es immer nur die (wochen-)aktuelle Folge, die von letzter Woche, die Highlights aus vorangegangenen Folgen sowie einen Trailer für die kommende Folge zu sehen gibt. Man darf also bei letzteren ähnlich wie im Kino oder Fernsehen den Termin nicht verpassen.

5. Festivals. Mittlerweile haben alle berühmten Film-Festivals Online-Auftritte und vergeben fast alle auch Preise in Kategorien wie Flash-Filme, Webfilme, computerbasierte Filme etc. (Stuttgarter Trickfilmfestival, Hamburger Kurzfilmfestival, Annecy, AnimaMundi, Sundance online). Außerdem gibt es reine Internet-Festivals: Flashforward zeichnet 3x pro Jahr in verschiedenen Städten weltweit Flashfilme in den Kategorien Originalität, Design, Experimentell, interaktiv, Animation, Sound, Interface, E-Commerce, Entertainment und Show aus. Die Jury wird entweder durch Profis und/oder durch die User gebildet. Häufig kann auch per Email für die Filme abgestimmt werden.Festivals werden auch von Portalen ausgerichtet, z. B. von Atomfilms, die die User abstimmen lassen und dem Gewinner einen Pilotfilm oder eine Serie für WWW finanzieren.

Bei der Kirch-Tochter Shorts Welcome werden jeden Monat ca. acht neue Kurzfilme einen Monat lang auf der Seite präsentiert. Außerdem gibt es Termine von Festivals und wird von der Tagung der Jury berichtet. Monatlich werden zwei Preise vergeben: Eine mit wechselnden Filmemachern besetzte Fachjury wählt den Jurypreis, die Besucher der Site entscheiden per Rating über den Publikumspreis. Zu gewinnen gibt es monatlich Sachpreise. Die Monatssieger treten einmal im Jahr im "best-of-the-best"-Wettbewerb gegeneinander an. Die Jahressieger werden auch hier von einer Fachjury sowie den Usern gewählt. Hierbei gibt es Preisgelder von insgesamt 10.000 €. Eingereicht werden können sowohl Filme (35mm, 16mm, 8mm), Videos (alle gängigen Formate) und Computeranimationen. Die Filme sollten jedoch nicht länger als 20 Minuten sein und eine Geschichte erzählen, wenn Dialoge vorhanden sind, dann in deutscher oder englischer Sprache, ansonsten sollten die Filme untertitelt sein. Die Filmemacher erhalten einen Vertrag über nicht-exklusive Ausstrahlung, d. h., sie können ihre Filme auch noch auf anderen Seiten oder Festivals ausstellen. Allerdings erhalten sie kein Honorar für die Ausstrahlung. Es ist also vor allem eine Chance, bekannter zu werden. Shorts Welcome kann so kostengünstig und mit geringem personellen Aufwand junge Talente testen und bei Erfolg für andere Projekte unter Vertrag zu nehmen.

Im Rahmen der Berlin Beta wird seit 2000 der Flash Award verliehen, ein Preis für Flash-Filme in den Kategorien Cartoons & Art Clips, Flash Cards & Games, Commercials and Music-Videos.

6. Museen. Die Library of Congress, die größte US-amerikanische Bibliothek stellt historisch wertvolle Filme ins Netz, z. B. die Sammlung Origins of American Animation. Das sind 25 Animationen aus den ersten zwanzig Jahren des letzten Jahrhunderts. Bei Cartoon Network und bei Warner Bros. laufen klassische Animationsfilme aus den 30er und 40er Jahren, für die die Unternehmen die Rechte besitzen.

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