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Tips zum Zitieren von Internet-Dokumenten

von Karin Wehn, Mai 2000

Inhalt


Unterschiede zwischen elektronischem und traditionellem Zitieren

Kurz und knapp:

  • zusätzlich zum Datum der Veröffentlichung des Dokuments sollte das Zugriffsdatum notiert werden
  • Titel, Autorschaft sind häufig über andere Wege zu rekonstruieren als bei traditionellen Texten
  • fehlende Seitenzahlen sind durch internettypische Textunterteilungen zu rekonstruieren

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Zitieren von Webpages

Wie beim traditionellen Zitieren gelten folgende Grundregeln:

  1. jedes im Text zitierte Dokument muss im Literaturverzeichnis vorkommen.
  2. im laufenden Text muss im Falle eines direkten oder indirekten Zitats der Name des Autors oder zumindest der Titel des Dokuments genannt werden.
  3. im Literaturverzeichnis/der Bibliographie muss die vollständige Angabe enthalten sein. Die URL wird in spitze Klammern gesetzt, z. B. <http://www.fireball.de>. Tipp: Um typische Schreibfehler zu vermeiden, sollte man die URL direkt aus der Adreßzeile des Browsers kopieren: Dafür Adreßzeile markieren, mit der Maus auf BEARBEITEN KOPIEREN klicken und so den Text in die Zwischenablage ablegen, dann im Textverarbeitungsprogramm mit BEARBEITEN EINFÜGEN an der entsprechenden Stelle im Text einfügen.
Aufbau einer Literaturangabe bei einer Web-Adresse:
  • Name des Autors
  • Titel des Dokuments in Anführungsstriche
  • Titel des gesamten Dokuments (wenn vorhanden), evtl. kursiv
  • Seitenbeschreibung
  • Datum der Veröffentlichung oder der letzten Überarbeitung
  • Zugriffsdatum
  • URL in spitzen Klammern

Schema

Name, Vorname. Titel des Dokuments. Datum der Veröffentlichung im Internet. Datum des Zugriffs. <URL>.

Beispiel

Pellegrino, Joseph. Home page. 24. Sept. 1997. 7. Nov. 1997. <http://www.english.eku.edu/pellegri/personal.htm>

Mögliche Probleme

Keine Seitenzahlen?
In der Regel haben Internet-Quellen keine Seitenzahlen. Harnack/Kleppinger (1998:79-80) schlagen daher vor, dass man im laufenden Text die nicht vorhandenen Seitenzahlen mittels internettypischer Unterteilungen (z. B. Zwischenüberschriften) ersetzt. (Zusätzlich gehört natürlich die komplette Angabe ins Literaturverzeichnis.) So sieht's aus:

  • As TyAnna Herrington notes in her Introduction, "Nicholas Negroponte's Being Digital provides another welcome not only into an age of technological ubiquity, but into a way of 'being' with technology".
  • "Negroponte's umcomplicated, personal tone fools the reader into a sense that his theses are simplistic" (Herrington "Introduction")

Kein Titel?
Die Überschrift einer Webpage ist nicht unbedingt sehr aussagekräftig. Harnack/Kleppinger (1998:58) empfehlen, den Titel des Dokuments zu verwenden, der bei den heute üblichen graphischen Browsern am oberen Rand der Seite steht. Bei Zweifeln über Richtigkeit und Vollständigkeit besteht eine weitere Möglichkeit darin, im Netscape Navigator ANSICHT und dann SEITENINFORMATION aufzurufen. Wenn Dokumente keinen Titel haben, muss man selbst einen kreieren (aus der Überschrift des Dokuments, der ersten Zeile, im Fall einer textlosen, grafischen Seite könnte das z. B. "Fotografie von Albert Einstein" sein).

Kein Autor?
Ähnliche Probleme wie beim Titel können sich bei der Rekonstruktion des Autors einer Webseite ergeben. Hier geben Harnack/Kleppinger den Tipp, nach seiner Email-Adresse zu suchen.

Welches Datum?
Internet-Quellen sind keine statischen, sondern dynamische Texte, die (im Idealfall) ständig verändert werden (können) oder 'über Nacht' von einem Server auf einen anderen umziehen. Daher sollte zusätzlich zum Datum der Veröffentlichung das Datum des Zugriffs auf die Seite angegeben werden. Für das schnelle Wiederfinden einer Quelle sollte mittels des Browsers ein Lesezeichen (bei anderen Browsern auch Favorit oder Bookmark genannt) angelegt werden.
Beim Netscape Navigator dafür erst mit der Maus auf COMMUNICATOR, dann auf LESEZEICHEN HINZUFÜGEN klicken. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass das Lesezeichen einen aussagekräftigen Titel hat (kann mit LESEZEICHEN BEARBEITEN ggf. geändert werden) und dass es mit LESEZEICHEN ABLEGEN thematisch sinnvoll in einem Ordner abgelegt wird, da man sonst bei zu vielen Bookmarks schnell den Überblick verliert.
Werden die Texte online veröffentlicht, bietet es sich selbstverständlich an, eine Quellenangabe als Hyperlink zu formatieren, so dass man direkt vom Literatur- oder Dokumentenverzeichnis zur zitierten Quelle springen kann.

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Zitieren von Emails, Mailing-Listen und Mitteilungen aus Newsgroups

Aufbau einer Literaturangabe bei einer Email:

  • Name des Autors (wenn bekannt)
  • Email-Adresse des Autors in spitzen Klammern
  • Betreff der Email in Anführungsstrichen
  • Kommunikationstyp (persönliche Email, Verteiler, dienstliche Kommunikation)
  • Datum der Veröffentlichung
  • Zugriffsdatum
  • (nur für Mailing-Listen: Adresse des Listservers in spitzen Klammern)
  • (nur für Newsgroups: Name der Newsgroup in spitzen Klammern)
Kleiner Tip zur 'Netiquette': Bleuel weist darauf hin, dass bei Angabe einer privaten Email-Adresse zuvor die Zustimmung des Autors eingeholt werden sollte, da er ansonsten unverlangt Emails erhalten könnte.

Beispiele

Email
Franke, Norman. <frankel@llnl.gov> "SoundApp 2.0.2." Persönliche Email. 29. Apr. 1996. 3. Mai 1996.

Mailing-Liste
Carbone, Nick. <nick@english.umass.edu> "NN 960126: Followup to Don's Comments about Citing URL's". Online posting. 26. Jan. 1996. 17. Feb. 1996 <acw-l@unicorn.acs.ttu.edu> via <http://www.ttu.edu/lists/acw-l>.

Newsgroup
Slade, Robert. <res@maths.bath.ac.uk>. "UNIX Made Easy". 26. März 1996. 31. März 1996. <alt.books.review>.

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Echtzeitkommunikation (Chat)

  • Name des Sprechers (wenn bekannt), oder Namen der Seite
  • Titel des Ereignisses (wenn angemessen) in Anführungsstrichen
  • Kommunikationstyp (Gruppendiskussion, persönliches Interview)
  • Datum des Ereignisses
  • Datum des Zugriffes
  • Adresse (entweder URL oder Kommandos)

Beispiel

LambdaMoo. "Seminar discussion on Netiquette". 28. Mai 1996. 28. Mai 1996. <telnet://lambda.parc.xerox.edu:8888>.

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Abschließende Bemerkungen

Allgemeiner Tipp: Will man eine Quelle jedweder Art aus dem Internet verwenden, bietet es sich an, sie auszudrucken, für den Fall, dass das Dokument zu einem späteren Zeitpunkt verändert oder sogar gelöscht wird.

Die hier geschilderten Fälle sind nur die 'basics': Bei Bleuel sowie bei Hartnack/Kleppinger finden sich zahlreiche weitere Spezialfälle wie auch Hinweise zum Zitieren von anderen Internet-Diensten wie Telnet, FTP, Gopher und WAIS.

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Weiterführende Literatur

Eine ausführliche Einführung in die Thematik bieten:
Bleuel, Jens: Zitieren von Quellen in elektronischen Netzwerken. Allgemeine Problematik. 21.12.1996. 28.04.00 Online-Version im Internet: <http://ourworld.compuserve.com/homepages/jbleuel/ip-zitp.htm>.
Diese deutsche Einführung in das Zitieren elektronischer Quellen geht zurück auf eine Diplomarbeit im Institut für Publizistik an der Universität Mainz.

Harnack, Andrew; Eugene Kleppinger: Online! A Reference Guide to Using Internet Sources. New York: St. Martin's Press 1998. 28.04.00. Teile davon als Online-Version im Internet: <http://www.bedfordstmartins.com/online/>.
Nach einer allgemeinen Einführung in das Internet (Kap. 1-3) und Kriterien für die Auswahl und die Bewertung von Internet-Quellen (Kap. 4) werden vier gängige US-amerikanische Standards (MLA, APA, Chicago und CBE) kurz vorgestellt (Kap. 5-8), kritisch bewertet und für das Zitieren von elektronischen Texten weiterentwickelt. Die Online-Version von "Online!" enthält nur Kapitel 5-8.

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