Animationsserien im www und die Kriterien der traditionellen Fernsehanalyse
Die Beispiele CLEAR! und RadiSkull & Devil Doll
Diese Serien laufen auf shockwave.com
Das Portal shockwave.com wird hier vorgestellt:
Portalanalyse Shockwave
Übersicht Kriterien der Fernsehanalyse
Vorschläge für neue Kriterien
Die Serien CLEAR! und Radiskull & DevilDoll
Die Kriterien der Fernsehanalyse |
Produktion und Distribution |
- Entstehungsgeschichte
- Autoren / Animateure / Sprecher
- Produzenten: kommerzielle, künstlerische, private Interessen
- Produktionsjahr, Produktionszeitraum, Budget
- Verwertungskette (z.B TV/Video)
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Stilistik |
- eingesetztes Filmmaterial(z.B. 8mm)/Software
- eingesetzes phys. Animationsmaterial/elektr. prod. Grafiken (Pixel, Vektor,
3D)
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Bildkomposition |
- Bildgrösse, Seitenverhältnis, Bildrahmen
- Masken und Kaschierungen
- Einstellungsgrössen, Perpektiven, Räumlichkeit
- Formen, Farben, Grössen, Flächen, Linien
- Architektur, Räume
- Bewegungscharakteristika, Bewegungsrichtung
- Texteinsatz (Untertitel, Sprechblasen)
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Kamera |
- Kameraperspektiven (z.B. Untersicht)
- Kameraneigungen (z-Achse)
- Schwenks, Fahrten, Zooms
- Schärfe, Belichtung
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Ton |
- Musik, Geräusche
- Sprache (z.B. Monologe, Dialoge)
- Ton-Bild-Beziehungen (z.B. aus der Szene, als Hintergrund, als Kommentar)
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Schnitt und Montage |
- Sichtbarkeit und Gestaltung der Schnitte (z.B. Wisch-, Iris-, Maskenblenden)
- Länge der Einstellungen
- Ordnung der Einstellungen zu Sequenzen
- Ordnung der Sequenzen zu Szenen/Film
- Continuity
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Dramaturgie |
- Figuren, Gegenstände und Formen (Was ist in welchen Konstellationen vorhanden?)
- Ereignisse, Handlungen, Konflikte
- Zeitverhältnisse (Beschleunigung von Vorgängen, chronologischer oder
nichtchronologischer Verlauf, Simultanitäten)
- Point-of-view und Erzählhaltung
- Einzelfilm oder Serie (episodische, fortlaufende, kumulative Narration)
- geschlossenes oder offenes Ende, Cliffhanger
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Rhetorik und Symbolik |
- Sprache - literaturwissenschaftliche und sprachwissenschaftliche Kriterien
- Bilder - Metaphern, Symbole, Verweise
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Allgemeines |
- Genre, Parodie eines Genres
- Idee, Subtexte, Kontexte
- Verhältnis von Vorspann, Abspann und Film
- Verweise auf Mythen, Sprichwörter, Weisheiten
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Diese Liste ist ein Destillat aus den Hinweisen Karin Wehns
sowie Knut Hickethiers "Film- und Fernsehanalyse"; Stuttgart, Weimar;
Metzler; 1993
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Vorschläge für neue Kriterien zur Analyse von www-Animationen |
Anordnung und Variation der Instanzen
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- Position, Skalierung, Drehung, Farbe
- Verhalten: statisch, Filmsequenz, Schaltfläche
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Präsentationsformen |
- Eingebettet in Urspungsfenster oder Pop-Up, Skalierbarkeit
- Speicherung, e-mail-Versand
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Interaktivität |
- durch Click oder (Text-)Eingabe
- verlaufsbezogen: Auswahl oder Anordnung
- nicht verlaufsbezogen: Spiele, Foren, Chats
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Die Beispiele CLEAR! und RadiSkull & Devil Doll
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Clear! |
Radiskull & Devil Doll |
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Produktion / Autoren |
Tom Snyder Productions,
Adam Simha und Paul Santuchi
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Joe Sparks |
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Zeitverhältnisse |
- Intro: 50 sek.
- Film: ca. 2 min.
- Outro: 10 - 15 sek.
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- Intro: ca. 10 sek., ab der 3. Folge ca. 20 sek. shockwave.com-Intro
- Film: ca. 3 -6 min.
- Outro ist ein Loop, das man selbst beendet
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Introduktionen |
Etablierung der Figuren und des Settings (Stadt, Ambulanz, Nacht)
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Etablierung der Figuren vor einem abstrakten Hintergrund |
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Stil |
Flash-Animation,
detailierter Vorder- und Hintergrund
häufig werden nur Details animiert
(zum Beispiel Hände oder Augen)
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Flash-Animation,
sehr abstrakte, detailarme Grafik,
sehr häufige Intergration von Filmschleifen |
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Bildkomposition |
- Hintergrund: Stadt und Krankenwagen, abstrakt, detailarm
- Vordergrund: relativ abstrakt, aber detailreich
- Licht: innen(Räume, Krankenwagen)hell, außen dunkel;
wird auch grafisch dargestellt (Formen und Farben deuten Licht an
- Größenverhältnisse: Hauptfiguren wirken immer zu klein,
übergroße Köpfe, kurze Beine
- Bewegung: abstrakt, ruckelnd;
vor allem Mimik und Gestik
- grafisch 2D, Räumlichkeit entsteht durch Größenrelationen
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- Hintergrund: abstrakte, detailarme wüstenähnliche Landschaft
- Vordergrund: vor allem die Figuren, die extrem abstrakt bleiben
- Licht: diffus, mythisch (Hölle, Himmel, Nacht)
- Größenverhältnisse: variieren sprunghaft, ähnlich schnell wechselnden Einstellungsgrößen bei Musikvideos
- Bewegungen: abstrakt, insbesondere bei Devil Doll sehr flüssig (Tanzen)
häufig durch Instanzen von Filmsequenzen (Loops) realisiert
- Verwendung von Zwischentiteln, Texttafeln, Denkblasen
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Darstellung |
- meist Normalperspektive, wenig Auf- oder Untersichten
- kontinuierliche Schärfe
- kaum "Schwenks", wenig "Fahrten"
- wichtige "Einstellungen": durch die Frontscheibe, auf das Funkgerät
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- alle Perspektiven
- kontinuierliche Schärfe
- sehr viele Bewegungen:
Drehen, "Fahren", Zoom, "Schwenk"
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Ton |
Musikloop, Synchronstimmen, Text ist der hauptsächliche
Bedeutungsträger |
Musikloops, Synchronstimmen, in jeder Folge ein anderer, langer Musiktitel, der von Radiskull und DevilDoll gerappt wird
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Montage |
durch Importschutz kaum analysierbar,
auffällig ist die Orientierung am klassischen Film,
spezifisch ist die Wiederverwendung von Filmsequenzen für grafische Details
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Dramaturgie |
- episodisch, geschlossenes Ende
- Zeitraffung in der einzelnen Episode
(eine Schicht bzw. ein Rettungseinsatz, ingesamt keine zeitliche Entwicklung
- Bezug auf die Alltagswelt
- stetige Figurenkonstellation: das Team, der Neue, der Patient
- Verhandlung von Alltagskonflikten, auktoriale Perspektive
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- episodisch, ab der 3. Folge kumulativ
- jede Episode behandelt einen kurzen, nicht genau definierten Zeitauschnitt
- vollständig fiktional
- wiederkehrende Motive:
"I am the radiskull...", "I want to kick now...", das Feuer, Sex
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Autor:
Dirk Förster
Januar/März 2001
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