Animation in Neuen Medien

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Canadian Filmboard

http://www.onf.ca/E/

Inhalt und Ausrichtung

Das Canadian Filmboard wurde 1939 gegründet und ist eine öffentliche Einrichtung, die sich die Produktion und Distribution von Filmen und anderen audiovisuellen Medien zur Aufgabe gemacht hat.
Ziel ist die Verbreitung und Förderung des kanadischen Films, aufgenommen werden alle Genres, einzige Vorbedingung ist der Kanadabezug.

Im Moment sind über 10.000 Titel im Verleih. Es gibt außerdem ein umfangreiches Archiv mit altem Filmmaterial, das sog. Stockshots-Archiv, aus dem nicht direkt ausgeliehen, aber kopiert werden kann.
Einen großen Teil der Aktivitäten nimmt die Produktionsförderung ein, die auf der Seite nicht besonders groß angesprochen wird. Erst über die FAQ bekommt man mit, daß das Filmboard in Canada eine der größten Filmförderungen darstellt und auf diese Weise wohl auch einen guten Teil seiner Verleihfilme rekrutiert: indem es als Koproduzent auftritt.

Design und Aufbau der Startseite

Die Startseite, wie auch der Rest der Homepage ist ästhetisch eher langweilig gestaltet, die Schriften sind so klein, daß sie fast mühsam zu lesen sind. Der Aufbau erinnert sehr an Bestellseiten wie die von Amazon oder BOL und dient letztendlich auch dem gleichen Zweck: Es gibt die Rubriken

  • Search
  • About us
  • Collections
  • Shop
  • Whatīs on TV and Cinema
  • Preview und New Releases

Hier findet der Surfer alle nötigen Informationen zum Aussuchen und Bestellen der Filme sowie zur Geschichte des NFB, was jedoch fehlt, sind jegliche animierte "Sperenzchen".

Animation auf der Seite

Es sind 814 Filme unter "Animated Materials" verzeichnet, kaum einen davon kann man sich im Netz anschauen (wie auch in den anderen Kategorien), der Schwerpunkt liegt sicher nicht in der Animation, eher im Cinema Verité und im Kurzspielfilm.
Es gibt einige Klassiker auf der Seite, z.B. Bobīs Birthday von Alison Snowden und David Fine, die allerdings ebenfalls nur als Standbild existieren, d.h. nicht online verfügbar sind.

Zielgruppe

Als Zielgruppe werden zunächst Kinos und Filmclubs in Kanada und Nordamerika angesprochen. In diesen Ländern existieren auch viele reale Offices, die zum National Filmboard gehören, außerdem werden Filme in Bibliotheken und Schulen verliehen. Es existieren auch Niederlassungen in London, Paris und Montreal, die Verleihbedingungen sind allerdings schwieriger, z.B. kann man sich die Filme nicht so leicht im Netz anschauen.
Neben der Gruppe der Distributoren und Multiplikatoren bedient das Filmboard Canada aber auch den Heimvideomarkt. Es werden thematisch und genretechnisch zusammengestellte Rollen zum Kauf angeboten. Der Preis liegt zumeist zwischen 20 und 30 $ für eine 140 minütige VHS. Darin ist allerdings nicht das Recht zur Vorführung enthalten.

NICHT zur Zielgruppe zählen ganz offensichtlich Surfer, die sich die Filme im Internet ansehen wollen, interaktive Spiele oder ähnliches erwarten. Die ganze Homepage ist sehr seriös gemacht und versucht nicht, den Besucher durch Spielchen etc. bei Laune zu halten.
Wer hier landet, so ist ganz offensichtlich die Auffassung, hat ein ganz bestimmtes Anliegen, nämlich entweder die Bestellung von Filmen oder die Förderung seines eigenes Films, sprich: im Vordergrund steht die kurven- und schlenkerfreie Navigation auf der Seite.

Die Macher

Das Filmboard Canada ist eine staatlich finanzierte Behörde und arbeitet mit weltweiten Niederlassungen. Über die einzelnen Mitarbeiter erfährt man auf der site nichts, allerdings gibt es Jobanzeigen und Praktikumsplätze, die vergeben werden.
Insofern das Filmboard wahrscheinlich von staatlichen Angestellten besetzt sein wird, habe ich von einer Nachfrage per erstmal abgesehen, da uns die Namen ohnehin nichts sagen werden.

Subjektive Einschätzung

Die schriftlichen Informationen zu den Filmen und den Filmemachern sind sehr umfangreich und gut aufbereitet. Man kann neben den normalen Suchkriterien wie Genre, Titel, Regie auch nach bestimmten Schulen, einzelnen Teilbereichen wie Licht- oder Tontechnik oder Kamera suchen.
Wenn man dann gefunden hat, was man sucht, beginnt die Sache schon weniger Spaß zu machen, denn man steht vor einer Liste, aus der nicht ersichtlich wird, ob und welchen Film man sich online anschauen kann. Da hilft dann nur das endlose Durchklicken, was zunehmend frustrierend wird, bis man merkt, daß höchstens 1% der Filme überhaupt gestreamt werden.
Davon gibt es nicht zu lesen, an jedem einzelnen steht der Vermerk, daß nun gerade dieser Film online nicht verfügbar ist.

Interaktivität

Ich war erstaunt, trotz der eher schlechten Verfügbarkeit der katalogisierten Filme im Netz auf eine sehr interessante technische Neuerung im Bereich des Internets zu treffen.
In einem Pilotprojekt präsentiert das NFB CineRouteMD eine Art High-Speed-Cinema, das direkt übers Internet Schulen, Colleges und Universitäten mit den gewünschten Filmen beliefern soll.
In einer zweiten Phase sollen Grundschulen, öffentliche Bibliotheken und auch Einzelpersonen die Möglichkeit des Film-On-Demand nutzen können.

Luc-Carolin Ziemann, 26.11.2000

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