Machinima-Workshop und Machinima-Gallery
auf der GC 2006
Während der diesjährigen GC
(Games Convention) präsentiert die GC in
Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt „Animation
in Neuen Medien“ in einer Machinima-Gallery
und zwei Machinima-Workshops, wie kreativ man mit
Computerspielen umgehen kann.
Machinimas sind Animationsfilme, die mit Computerspiel-Software
hergestellt werden. Das Wort "Machinima"
ist ein Kunstwort aus "Machine" und "Animation".
Auf der Messe lädt die gemütliche Machinima-Lounge
im Games Art-Bereich zum entspannten Betrachten der
besten Machinima-Filme ein, während in den zweitägigen
Workshops jeweils 20 Teilnehmer selbst einen Film
im Computerspiel "The Movies" produzieren
können. Die Anmeldung für den Workshop ist
online unter http://www.lvz-online.de/special/24958.html
möglich.
Computerspiele, insbesondere Ego-Shooter, haben in
Deutschland immer noch alles andere als einen guten
Ruf. Besonders Nichtspieler fürchten, dass das
Spielen die heutige Jugend verrohen und gegen Gewalt
unempfindlich werden lässt oder möglicherweise
sogar zur Gewalt anstachelt. Was viele nicht wissen,
ist dass mittlerweile Tausende an Computerspielern
nicht nur Monster und ndgegner bekämpfen, sondern
die verruchten Spiele kreativ zweckentfremden, um
damit 3D-Animationsfilme zu produzieren. Durch die
Echtzeittechnologie von Computerspielen werden aus
kämpfenden Fabelwesen Regisseure, Kameraleute
und Schauspieler. Verbreitet werden die so entstandenen
Filme meist über das
Internet und dort tauschen sich die Mitglieder der
Szene auch lebhaft miteinander aus.
Die Bewegung nahm 1996 ihren Ursprung, als der Leipziger
Programmierer Uwe Girlich eine Software schrieb, die
es ermöglichte, Mitschnitte aus dem Spiel Quake
zu lesen und zu bearbeiten, womit das Geschehene nachträglich
veränderbar wurde – Machinima war geboren.
Seither hat sich aus einer kleinen Subkultur eine
lebhafte, mehrere Tausend Mitglieder umfassende Szene
entwickelt, deren Resultate zunehmend auch in der
Mainstream-Industrie Beachtung finden.
2 Machinima-Workshops
Während der GC werden zwei praktische Workshops
mit Friedrich
Kirschner und Klaus Neumann, zwei der bekanntesten
und mehrfach ausgezeichneten Machinima-Künstler
der letzten Jahre, durchgeführt. Kirschner, der
am Ars Electronica Future Lab, Linz arbeitet, wurde
bekannt durch seine abstrakten und künstlerischen
Videos, denen man ihren Ursprung im Ego-Shooter Unreal
Tournament nicht mehr ansieht, und als Herausgeber
des Online-Magazins machinimag.com.
Klaus Neumann machte sich einen Namen durch seine
unkonventionellen Beiträge zum „Artenschutz
von digitalem Leben“ mit The Sims2 und als Herausgeber
der Website machinimadeutschland.de.
Beide bilden zusammen mit Alexander Scholz vom Magazin
Sceen auch das Team hinter der virtuellen „Bob
Block-Show“, die live und unter Einbezug
des Publikums Phänomene aus der Welt der Games
aufgreift und auf die Schippe nimmt.
Beide Künstler führen an je zwei Tagen jeweils
4 Stunden lang 20 Teilnehmer in die Grundlagen von
Machinima ein. Ziel ist es, dass jeder Teilnehmer
allein oder in Zusammenarbeit mit anderen einen kleinen
Film entwickelt. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos
– benötigt wird nur eine Eintrittskarte
für die GC für die entsprechenden Tage.
Spezielles Vorwissen ist nicht erforderlich, es gibt
auch keine Altersbeschränkung. Rechner und Spiel
werden gestellt.
Termine:
Workshop 1: 24./25. August 2006,
11 bis 15 Uhr,
Workshop 2: 26/27. August 2006, 11
bis 15 Uhr.
Die Anmeldung erfolgt über die Internetseite
der Leipziger Volkszeitung: www.lvz-online.de.
Hier sind auch nähere Informationen zu finden.
Screenings von Machinima-Filmen
Wer sich einfach nur mal einen Überblick verschaffen
will, wie ausgereift und unterschiedlich Machinima-Filme
sein können, kann es sich im Screening-Bereich
auf gemütlichen Sitzsäcken vor Fernsehbildschirmen
gemütlich machen. Ganztägig läuft dort
ein kuratiertes Programm mit einer Mixtur aus unterhaltsamen,
künstlerisch anspruchsvollen oder auch kritischen
Machinima-Filmen der letzten Jahre.
Vorträge, Diskussionen und Lesungen mit renommierten
Experten
Dazu kommen täglich nachmittags Ikonen aus der
Machinima-Szene wie Hugh
Hancock und Friedrich Kirschner zu Wort und stellen
ihre aktuellen Projekte vor. Weiterhin reflektieren
renommierte Feuilletonisten und Medienwissenschaftler
wie Mathias Mertens das interessante popkulturelle
Phänomen.
Gründung der Academy of Machinima Arts and Sciences
Europe
Ein weiteres Highlight: Nach dem Vorbild der Academy
of Machinima Arts and Sciences (AMAS) wird eine
ähnliche europäische Institution gegründet.
Geplant ist, Machinima Europe als Portal für
Filmemacher und Zuschauer, aber auch für Festivals
und Kulturinstitutionen zu etablieren, die sich mit
dem Thema auseinandersetzen. Friedrich Kirschner,
Vorstandsmitglied in der AMAS meint dazu: „Durch
die Fülle an Festivals und Workshops, die inzwischen
das Thema Machinima in Europa bearbeiten, ist eine
Anlaufstelle für diese neue Form des Animationsfilms
sehr wünschenswert geworden.“
Machinima Europe soll langfristig auch selbst Workshops
im Bereich anbieten, zusammen mit der AMAS das offizielle
europäische Machinima Filmfestival organisieren
und versuchen, einen Dialog über die rechtliche
Lage von Machinima-Produktionen mit europäischen
Publishern und Spieleentwicklern zu beginnen.
Weitere Höhepunkte
Die „Bob Block-Show“ hat einen Auftritt
bei der Branchenparty der GC und eröffnet die
Pressekonferenz am Pressetag. Hugh Hancock als Machinima
gedrehter Spielfilm Bloodspell (Teil 7) hat dort seine
Premiere.
Kooperationspartner
Projekt „Animation in Neuen Medien“
GC
(Games Convention), Messe Leipzig
Uni
Leipzig, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Deutsches
Institut für Animationsfilm (DIAF), Dresden
Academy
of Machinima Arts and Sciences
Leipziger Volkszeitung
Sponsoren der Rechner:
ATI
Technologies (EUROPE) GmbH
Hewlett
Packard
Yello
14.08.2006
|